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XXI. Internationaler Kongress der Goethe-Gesellschaft in Spanien – Call for Papers

von Sociedad Goethe en España

Vom 30. November bis 2. Dezember 2026 findet an der Universidad Complutense in Madrid der XXI. Internationale Kongress der spanischen Goethe-Gesellschaft statt. Das Thema in diesem Jahr lautet: „El 27 alemán: una relación áurea“ („Deutschland und die Generación del 27“). Bis zum 30. Mai kann man sich mit Beitragsvorschlägen bewerben.

Das literarische Phänomen, das wir „Generación del 27“ nennen — von Juan Manuel Rozas auch als „Generation der Zeitschriften“ bezeichnet — lässt sich als ein intergenerationelles Netzwerk von Netzwerken definieren. Ausgehend von diesem Bild ließe sich die erneuerte Rezeption von Goethe und der deutschsprachigen Literatur im Kontext dieses Geflechts als das Produkt eines dieser Netzwerke verstehen: der Konstellation, die hauptsächlich von jenen Persönlichkeiten der Generación del 14 gefördert wurde, die ihr Studium wie Ortega und Artigas in deutschsprachigen Ländern mit einem Stipendium der Junta de Ampliación de Estudios absolviert hatten — um nur zwei prominente Beispiele für unseren Bereich zu nennen. In diesem Sinne ist die Rezeption sowohl der Biographie als auch des Werkes Goethes das Ergebnis einer Zusammenarbeit, die Personen (Autoren, Kritikern, Übersetzern), Verlage (von Büchern und Periodika) und Institutionen (Kulturbüros, Forschungszentren, Bibliotheken) miteinander verbindet. Der gemeinsame Nenner ist ein erneuertes Interesse an der deutschen Literatur im Fall Spaniens und umgekehrt — ein Phänomen, das im direkten Zusammenhang mit dem Kontext, in dem es entsteht, zu verstehen ist: die 1920er Jahre, in denen nach der katastrophalen Erfahrung der Instrumentalisierung von Kultur als Propaganda während des Ersten Weltkriegs ein neues Streben nach autonomen kulturellen Beziehungen jenseits politischer Bevormundung zu verzeichnen ist. Konzentriert Nike GREY "Dunk Low" sports shoes man sich auf einen konkreten Aspekt — jenen der Beziehungen zwischen der spanischen und der deutschsprachigen Literatur in den 1920ern —, so ist es kein Zufall, dass in der spanischen Literatur eine erneuerte Rezeption des Lebens und Werkes Goethes stattfindet (und mit ihm so vieler anderer deutschsprachiger Autoren), während im deutschen Fall nahezu gleichzeitig ein neues Interesse am Siglo de Oro und an der zeitgenössischen spanischen Literatur festzustellen ist.

Solche Parallelen und Verflechtungen motivieren den neuen Kongress der Goethe-Gesellschaft in Spanien (SGE), der in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt „Goethe im Kontext der Generación del 27: Erschließung und Erforschung unveröffentlichter Quellen“ (GOET27) organisiert wird und vom 30. November bis 2. Dezember 2026 an der Universidad Complutense de Madrid stattfinden wird: „El 27 alemán: una relación áurea“ („Deutschland und die Generación del 27“). Mit dem Doppelspiel aus Siglo de Oro und Edad de Plata, das das Attribut „áurea“ aufwirft, und der auf den ersten Blick ungewöhnlichen Verknüpfung des Jubiläums des 27ers mit der deutschsprachigen Literatur — wobei das Adjektiv „deutsch“ in einem sprachlichen und nicht nationalen Sinne verstanden wird —, geht die im Dialog mit dem Projekt GOET27 gewonnene Arbeitshypothese von folgender Aussage aus: Die Ideen über Goethe, die anlässlich des ersten Jahrhundertgedenkens seines Todes im Jahr 1932 gefeiert und veröffentlicht werden, entstammen der Rezeption, die in den 1920er Jahren nicht nur dem Werk und insbesondere der Biographie Goethes zuteil wurde, sondern auch dem Werk anderer deutschsprachiger Autoren — klassischer oder zeitgenössischer, Literaten, Philosophen, Soziologen — die das breite Spektrum bilden, das u. a. von Schiller, Hölderlin, Hoffmann, Hauff oder Hebbel bis zu Keller, Mann, Kafka, Schnitzler oder Zweig reicht; von Kant oder Nietzsche bis zu Simmel, Spengler oder Freud.

Andererseits vollzieht sich in den 1920ern in Deutschland eine allmähliche Wiederentdeckung des Theaters und der Lyrik des Siglo de Oro, die in dieser Hinsicht als der gemeinsame Nenner mit der Beanspruchung Góngoras durch den Kern der sich 1927 in Sevilla versammelnden Gruppe von Dichtern gelten kann. Es lässt sich aber darüber hinaus auch von einem „27 alemán“ — die deutschsprachige Rezeption der literarischen und kritischen Produktion der Generación del 27 — in einem doppelten Sinne sprechen: einerseits mit Blick auf die Anfänge der Hispanistik unter dem Einfluss von K. Vossler in jenen Jahren, dank Figuren wie W. Krauss, B. Schädel, R. Grossmann oder H. Petriconi, die sowohl den universitären Spanischunterricht als auch die Verbreitung der zeitgenössischen spanischsprachigen Poesie und die Entdeckung der Lyrik Luis de Góngoras fördern; andererseits, weil die erste Anthologie, in der die Dichter der Generación del 27 vereint erscheinen, eben in jenem Jahr 1927 von Fernández-Montesinos in Deutschland herausgegeben wird, im Umkreis des Hamburgschen Spanisch-Seminars und unter dem Titel „Die moderne spanische Dichtung“ — fünf Jahre vor der berühmten Anthologie „Poesía española“ Gerardo Diegos.

Dies ist der Kontext, in dem sich die Konstellation von Intellektuellen und Philologen in spanischer und deutscher Sprache herausbildete, die in den 1920er Jahren begannen, jenes Netzwerk zu knüpfen, das uns heute zugute kommt, und das im Mittelpunkt der Tagung steht — zu der wir hiermit einladen.

Thematische Schwerpunkte

  • Die Rezeption von Goethe und der deutschsprachigen Literatur in Spanien vor und nach 1920: Brüche und Kontinuitäten.
  • Goethe und andere deutsche Klassiker in Privatbibliotheken und Archiven: Marginalia, Lektüren und Arbeitsdokumente.
  • Goethe und die deutschsprachige Literatur in der Lyrik und Prosa der Generación del 27: Spuren, Aneignungen, Umschreibungen.
  • Deutsch-spanische Kulturnetzwerke in den 1920er Jahren: Personen, Institutionen und Publikationen.
  • Das „deutsche 27er“ („27 alemán“): Hispanistik, Anthologien und die Entdeckung anderer spanischer und hispanoamerikanischer Literaturen in Deutschland.
  • Europäischer und komparatistischer Kontext: die Rezeption Goethes in anderen nationalen Literaturen der Zwischenkriegszeit.

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Interessierte Forscherinnen und Forscher werden eingeladen, ihren Beitragsvorschlag bis zum 30. Mai 2026 an sge2026@ucm.es einzureichen. Der Vorschlag soll enthalten:

  • Abstract (max. 250 Wörter).
  • Kurzen Lebenslauf der Autorin / des Autors.

Die Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt spätestens Ende Juni 2026.

Die Vorträge können auf Deutsch oder Spanisch gehalten werden und dürfen 20 Minuten nicht überschreiten. Für Vortragende, die kein Mitglied der Goethe-Gesellschaft in Spanien sind, beträgt die Teilnahmegebühr 60 €. Diese ist nach Annahme des Beitrags zu entrichten, durch Überweisung auf das Konto der Goethe-Gesellschaft in Spanien (IBAN: ES70 1491 0001 2230 0013 8083 | BIC: TRIOESMMXXX), mit dem Verwendungszweck „Tagungsgebühr XXI. Kongress SGE“. Eine Auswahl der Beiträge soll in einem Sammelband veröffentlicht werden.

Alle Informationen zum Kongress werden zeitnah auf der Website der Tagung veröffentlicht:


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