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Der jüdische Goethe
Am 15. September findet die nächste Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe statt. Dr. Nicolas Berg vom Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig wird unser Gast sein und über die Besonderheiten der jüdischen Goetherezeption sprechen. Sein Vortrag trägt den Titel „Der jüdische Goethe – Ein anderer Blick auf Dichterverehrung und Goethephilologie um 1900“.
Der Vortrag führt in eine wissenssoziologische Besonderheit der deutschsprachigen Ideen- und Kulturgeschichte zwischen Goethezeit und 20. Jahrhundert ein: die Erforschung von Leben und Werk Goethes durch jüdische Gelehrte mit ihren Aberhunderten von Büchern, Aufsätzen, Reden, Biografien, Editionen, Rezensionen und Kommentaren. Er knüpft an die das Thema erschließenden Arbeiten des Göttinger Literaturwissenschaftlers Wilfried Barner aus den späten 1980er und frühen 1990er Jahren an und erneuert dessen Befund, dass die jüdische Goetheverehrung, deren Dokumente und Spuren in Weimar genauer erinnert werden, als anderswo, zwar nicht isoliert stattfand, „aber doch mit erkennbar und interpretierbar eigentümlichen Engagement“. Die Ausführungen laden dazu ein, dem Phänomen dieses epochenübergreifenden Engagements an Beispielen nachzugehen, es als solches zu erkennen und in aller Angemessenheit zu versuchen, seine gleichsam innerjüdische Seite zu verstehen.
Nicolas Berg ist Historiker und leitet das Forschungsressort „Wissen“ am Leibniz-Institut für jüdische Geschichte und Kultur – Simon Dubnow in Leipzig. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen neben der allgemeinen und jüdischen Geschichtsschreibung im 19. und 20. Jahrhundert und der Entstehung und Wirkung des modernen Antisemitismus auch kultur- und literaturtheoretische Fragestellungen.
Der Vortrag findet im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums statt, Beginn ist 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Nach der Veranstaltung wird herzlich eingeladen, das Gespräch in geselliger Runde in einem Weimarer Restaurant fortzusetzen.




