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Amalie von Helvig: Von der „ergebendsten Dienerin“ zur kritischen Kollegin und wieder zurück?
Am 21. Oktober findet die nächste Veranstaltung im Rahmen unserer Vortragsreihe statt. Dr. Jules Kielmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird unser Gast sein und aus dem literarischen Leben Weimars um 1800 berichten. Sie spricht air jordan 11 columbia zu dem Thema: Von der „ergebendsten Dienerin“ zur kritischen Kollegin und wieder zurück? Amalie von Helvig und Goethe.
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Die Schriftstellerin Amalie von Helvig, geb. von Imhoff (1776–1831), galt lange Zeit als Paradebeispiel jenes „weiblichen“ Dilettantismus, den Goethe und Schiller ihren Zeitgenossinnen einst diagnostizierten. Helvigs literarisches Werk, das von der Mobilität der Autorin sowie den Umbrüchen ihrer Schaffenszeit geprägt ist, bietet hingegen ein vielseitiges Material zur Untersuchung der Bedeutung von Geschlecht, Nationalität und Netzwerkkontakten für Schriftstellerinnen um 1800. Eine bedeutende Rolle für Helvigs Positionierung im literarischen Feld – sowohl in Deutschland als auch in Schweden – spielte ihre Bekanntschaft mit Goethe. Als Nichte Charlotte von Steins und Hofdame Luises stand Helvig seit ihrer frühen Jugend in Kontakt mit dem kulturellen Zirkel um den Weimarer Musenhof. Nachdem sie durch ein anonym verbreitetes Gelegenheitsgedicht das Interesse Goethes und Schillers gewonnen hatte, nahmen diese sich der fachmännischen Entwicklung ihres Talents in Briefen und dichterischen Werkstattgesprächen an, zu deren Teilnehmerinnen auch Caroline von Wolzogen und Sophie Mereau gehörten. Ihre ersten Texte veröffentlichte Helvig anonym in Schillers Musenalmanach und den Horen, gab ihre Werke jedoch schon bald unter eigenem Namen und bei anderen Verlegern heraus, ehe sie mit ihrer Familie für mehrere Jahre nach Stockholm zog. Ihre Bekanntschaft mit Goethe erwies sich dabei für ihre Etablierung im schwedischen Kulturbetrieb, wie auch für ihre spätere Neuorientierung in den veränderten Verhältnissen des deutschen Literaturbetriebs immer wieder als relevant. Helvig hielt den Kontakt zu ihrem einstigen Mentor während ihres gesamten, von Umzügen und Veränderungen geprägten Lebens als Schriftstellerin, Kritikerin und Übersetzerin aufrecht. Die überlieferten Briefe an Goethe sowie andere Zeugnisse ermöglichen eine spannende Perspektive auf die Entwicklung Helvigs zur kritischen Literatin und ihre Position als weiblicher Schriftstellerin im männlich geprägten Literaturbetrieb um 1800.
Jules Kielmann studierte Neuere deutsche Literatur und Skandinavistik in Freiburg und wurde 2023 mit der Arbeit Wechselwirkungen. Geschlecht, Nation und Autorschaft im Werk Amalie von Helvigs (2025 erschienen im Winter-Verlag Raptors Share Update on Injured Rookie 1st Round Pick) an der Universität Uppsala im Fach Literaturwissenschaft promoviert. Seit September 2024 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Germanistische Literaturwissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena an ihrem Habilitationsprojekt, das sich mit Fragen ästhetischer Erziehung in der Literatur der Nachkriegszeit beschäftigt.
Der Vortrag findet im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums statt, Beginn ist 18 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Nach der Veranstaltung wird herzlich eingeladen, das Gespräch in geselliger Runde in einem Weimarer Restaurant fortzusetzen.




