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XVIII. Liedtage an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“

von Karl-Peter Kammerlander

Vom 3. bis 11. Februar finden an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar die inzwischen XVIII. Liedtage statt. Den Auftakt bildet die Veranstaltung „Großes Opus – kleiner Zyklus. Lieder von E. Grieg, G. Fauré, R. Strauss u. a.“ am 3. Februar im Festsaal des Fürstenhauses; Beginn ist 19:30 Uhr, die Moderation übernimmt Karl-Peter Kammerlander.

Viele Komponisten wollten der Flüchtigkeit von Liedern, ihrer intensiven, aber doch sehr zeitkomprimierten Aussage entgegenwirken, indem sie ihre Liedproduktionen zu kleinen oder großen Opera, zu kleinen oder großen Zyklen, gewissermaßen zu stabileren „Liedgehäusen“ zusammenfügten und einen Zusammenhang generierten, der über die Summe der Teile hinausging. Die bestimmenden Ideen können dabei sein:  die Würdigung einer bestimmten Dichterpersönlichkeit, die Gegenüberstellung diverser Affekte, der Gedanke an einen bestimmten Interpreten, die für publikationswürdig befundene Auswahl einer größeren Zahl von Liedversuchen… Diese Ideen stellen sich an diesem Abend in Liedgruppen von Gabriel Fauré, Johannes Brahms, Richard Strauss und weiteren Komponisten dar.

Weiter geht es am 4. Februar, 19:30 Uhr am gleichen Ort und erneut unter der Moderation von Karl-Peter Kammerlander mit „Rainer Maria Rilke zum 100. Todestag. Vertonungen von V. Ullmann, P. Eben, P. Hindemith u. a.“ Rainer Maria Rilkes vornehmlich lyrisches nike dunks sandy bodecker auction ebay Werk ist auch heute noch präsent, verzaubernd, von ätherischer Leichtigkeit und prophetischer Wucht muzhskie krossovki nike jordan why not zero 2 seryj zheltyj - Jordan Reveal Photo Blue - these jordan 1 mid gs boast a flash of colour on the heel, von prosaischer Natürlichkeit und doch auch formaler Strenge. „Wer vielen etwas bringt, wird manchem etwas bringen; und jeder geht zufrieden aus dem Haus.“ – Die Worte des Theaterdirektors stimmen auch hier, gleichwohl geben Person, Leben und Werk auch Anlass zu  kritischer Betrachtung von Rilkes Selbstinszenierung, Sprachüberzuckerung, Egomanie und der nachgerade schamlosen Benutzung von Freunden und vor allem Freundinnen zur Realisierung (also vor allem Finanzierung) seines ihm notwendig so zu lebenden Künstlerlebens, seiner ihm so offenbaren Gottgesandtheit. – Aber an diesem Abend soll nicht Biographisches interessieren, sondern der Umgang nachgeborener Komponisten mit Rilkes Lyrik: Warum wählten sie und wie gestalteten sie seine Gedichte? Jedenfalls (von  einer prominenten Ausnahme abgesehen) handelten sie gegen seinen klaren Willen: „dass mir, im Allgemeinen, alle Versuche, meine Verse mit Musik zu überraschen, unerfreulich waren, als eine unerbetene Hinzuthat zu einem in sich Abgeschlossenen. Selten geschah es mir, dass ich Verszeilen aufschrieb, die mir selbst geeignet oder bedürftig schienen das musikalische Element, von einer gemeinsamen Mitte aus, aufzuregen“. Zum Glück widersetzten sich Petr Eben, Ernst Krenek, Viktor Ullmann, Paul Hindemith und Moritz Eggert dieser Einschätzung – mit je sehr originellen Lösungen und aufgrund einer jeweils persönlichen Fasziniertheit.

Am 10. Februar geht es 19:30 Uhr im Festsaal des Fürstenhauses weiter. Unter der Moderation von Christoph Ritter heißt es: „Deutschsprachiges Chilenisches Kunstlied. Zwischen Spätromantik, Impressionismus und Moderne. Lieder von L. Alexander, F. Heinlein, A. Montecino u. a.“ Gegenstand des Liedkurses im Wintersemester war das Ergründen des deutschsprachigen Kunstliedrepertoires aus Chile. Vielfältig sind die Beziehungen der Komponistinnen und Komponisten zur deutschen Sprache und Kultur. Es begegnen spannende Künstlerbiografien zwischen den Kulturen. Die Idee zu diesem Abend entstand im Austausch mit Angehörigen der Universidad Alberto Hurtado Santiago de Chile, mit der die Weimarer Hochschule eine Kooperation verbindet. Im Abschlusskonzert im Rahmen der Liedtage XVIII werden Lieder von Leni Alexander, Federico Heinlein, Hans Helfritz, Carmela Mackenna, Alfonso Leng und Alfonso Montecino erklingen. In Vorbereitung auf das Abschlusskonzert wird es einen Workshop mit Prof. Gonzalo Simonetti und Prof. Gonzalo Cuadra (Sänger und Musikwissenschaftler) mit den Teilnehmenden geben.

Den Abschluss der Liedtage bildet am 11. Februar, 19:30 Uhr im Festsaal des Fürstenhauses das „Liedmosaik. Lieder von J. Brahms, R. Schumann, F. Schubert u. a.“, moderiert von Thomas Steinhöfel. Der wiederkehrenden Auseinandersetzung mit dem Kunstlied liegt im jeweils neuen Semester auch hier der berühmte Zauber inne. Scheinbar aus der Wartesituation heraus ergreift es neue und schon bestehende Liedduos und entführt sie in spannende Zeitreisen und bisher unentdeckte Themenfelder. Sich darauf einzulassen ist schon Gewinn an sich; wenn das Publikum daran Anteil nehmen kann – um so schöner! Alles steht dabei auf den Füßen von Franz Schubert, der auch an diesem Abend Alpha und Omega bilden wird. Eingerahmt werden Komponisten, die Zeitgenossen waren und doch ihren ganz eigenen Lied-Stil geprägt haben, wie Beethoven, Mendelssohn Bartholdy oder Schumann. – Oft genug bilden Lieder gerade das ab, was mit dem Begriff „Im Volkston“ subsumiert wird. Eines der schönsten Beispiele bildet hier Antonin Dvorak´s Zyklus op. 73, der komplett im Konzert erklingen wird. Mosaikartig setzt sich so ein Programm zusammen, das der sublimen Kunstgattung Liedduo auf faszinierende Weise gerecht wird.


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